Schornstein
Was wird aus dem Schornstein, wenn die Ölheizung geht?
Stilllegen, für einen Ofen weiter nutzen, als Leitungsschacht verwenden oder abtragen: die Wege für den Schornstein nach der Ölheizung.
Eine Wärmepumpe braucht keinen Schornstein, denn sie verbrennt nichts. Der alte Schornstein muss deshalb aber nicht verschwinden: Sie können ihn stilllegen, für einen Ofen weiter nutzen, als Schacht für Leitungen verwenden oder abtragen lassen. Welcher Weg passt, entscheiden Sie in Ruhe – am besten zusammen mit dem Schornsteinfeger.
Warum die Wärmepumpe ohne Schornstein auskommt
Ein Ölkessel erzeugt Wärme mit einer Flamme. Dabei entstehen Abgase, und die müssen über den Schornstein nach draußen. Eine Wärmepumpe arbeitet anders: Sie nimmt Wärme aus der Außenluft oder dem Erdreich auf und bringt sie mit Strom auf die Temperatur, die Ihre Heizung braucht. Es gibt keine Flamme und kein Abgas.
Sobald der Ölkessel ausgebaut ist, hat der Schornstein also keine Aufgabe mehr. Mit dem letzten Liter Heizöl endet auch der CO₂-Preis, der auf jeden Liter aufgeschlagen wird. 2026 sind das 17,34–20,50 ct je Liter, und für 2027 sieht ein Kabinettsentwurf denselben Preiskorridor vor. Ab 2028 bestimmt der Markt den Preis (heizsparer, Stand 02.09.2026).
Schritt 1: Den Schornsteinfeger früh einbinden
Ihr Schornsteinfeger kennt Ihren Schornstein oft besser als Sie selbst. Er weiß, welche Feuerstätten daran angeschlossen sind und in welchem Zustand die Züge sind. Sprechen Sie ihn deshalb an, sobald der Umstieg feststeht – nicht erst, wenn der Kessel schon draußen ist.
Diese Fragen sollten Sie ihm stellen:
- Hängen außer der Ölheizung noch andere Feuerstätten an diesem Schornstein?
- Wie viele Züge hat er, und welcher wird nach dem Umbau frei?
- Was ist für die Stilllegung nötig, und wer übernimmt sie?
- Eignet sich der freie Zug für einen Ofen oder als Schacht für Leitungen?
- Welche Termine entfallen künftig, und welche bleiben?
Schreiben Sie die Antworten auf. Sie sind die Grundlage für alles Weitere und helfen dem Betrieb, der die Wärmepumpe plant.
Schritt 2: Den passenden Weg wählen
Für den Schornstein gibt es vier Wege. Keiner ist von vornherein richtig – es kommt darauf an, was Sie mit Haus und Dach vorhaben.
| Weg | Was dabei geschieht | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| Stilllegen | Anschluss im Heizraum verschließen, oben gegen Regen schützen, Belüftung erhalten | Sie den Schornstein nicht mehr brauchen und kein Umbau am Dach ansteht |
| Für einen Ofen nutzen | Schornsteinfeger prüft die Eignung, eventuell wird ein neues Innenrohr eingezogen | Sie einen Kaminofen haben oder einen planen |
| Als Leitungsschacht nutzen | Kabel oder Rohre laufen durch den freien Zug | Leitungen vom Keller bis unters Dach gebraucht werden |
| Abtragen | der Teil über dem Dach oder der ganze Schornstein wird zurückgebaut | das Dach ohnehin erneuert wird oder Sie den Platz im Haus brauchen |
Reparieren oder umsteigen – für Ihr Haus geklärt
Der Fachbetrieb ordnet den Zustand Ihrer Gasheizung ein und klärt mit Ihnen, ob eine Überbrückung, ein geplanter Umstieg oder ein schneller Tausch passt.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Stilllegen: der ruhigste Weg
Beim Stilllegen bleibt der Schornstein stehen, wird aber nicht mehr benutzt. Die Öffnung, an der das Abgasrohr des Kessels angeschlossen war, wird verschlossen. Oben bekommt der Schornstein einen Schutz gegen Regen.
Wichtig ist, dass er belüftet bleibt. Ein dicht verschlossener, kalter Schornstein kann Feuchtigkeit sammeln, die später in die Wände zieht. Wie die Belüftung bei Ihnen am besten gelingt, legt der Fachmann vor Ort fest. Lassen Sie sich zeigen, wo welche Öffnung verschlossen wurde, und notieren Sie es für die Hausunterlagen.
Weiter nutzen für einen Ofen
Wer einen Kaminofen hat oder sich einen wünscht, kann den frei gewordenen Zug unter Umständen dafür verwenden. Darauf verlassen sollten Sie sich nicht. Wurde für den Ölkessel ein Innenrohr eingezogen, ist es für einen Holzofen meist nicht geeignet – besonders, wenn es aus Kunststoff besteht.
Ob Querschnitt, Material und Zustand zu einem Ofen passen, prüft der Schornsteinfeger. Ein Kaminofen ist eine eigene Feuerstätte: Mit ihm bleibt der Schornsteinfeger regelmäßig im Haus.
Als Schacht für Leitungen
Ein freier Zug führt vom Keller bis unter das Dach. Einen solchen Weg müsste man sonst mühsam schaffen. Kabel einer Photovoltaikanlage oder Rohre einer Lüftungsanlage lassen sich so verlegen, ohne Wände aufzustemmen.
Ist im selben Schornstein noch ein anderer Zug in Betrieb, gelten besondere Anforderungen. Klären Sie deshalb vorher, was durch den freien Zug laufen darf.
Abtragen
Der Teil über dem Dach kann abgetragen und das Dach darüber geschlossen werden. Das ist am sinnvollsten, wenn das Dach ohnehin erneuert wird, denn dann steht das Gerüst schon. Ein Rückbau durch alle Geschosse ist aufwendiger, schafft aber Platz in den Räumen.
Bevor gemauerte Teile im Haus fallen, sollte ein Fachmann prüfen, ob sie etwas tragen. Und bedenken Sie: Ist der Schornstein weg, ist auch die Möglichkeit eines späteren Ofens weg.
Bevor Sie sich festlegen: Was offenbleiben sollte
Ein abgetragener Schornstein lässt sich nicht einfach zurückholen. Wenn Sie unsicher sind, ist das Stilllegen der Weg, der die meisten Türen offen lässt. Abtragen können Sie später immer noch.
Auch das Gesetz zwingt Sie zu keiner Eile: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29.07.2026 gilt, dürfte eine neue Ölheizung wieder an einen Schornstein angeschlossen werden. Ihr Brennstoff müsste aber nach und nach biogener werden: 10 % Bioanteil ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 (ADAC, Stand 29.07.2026). Wer sich für die Wärmepumpe entschieden hat, braucht den Zug dafür nicht mehr.
Schritt 3: Was sich nach dem Umbau ändert
Ist der Schornstein stillgelegt, umgebaut oder abgetragen, ändert sich im Alltag einiges – meist zum Guten:
- Schornsteinfeger: Die Termine für die Ölheizung entfallen. Für einen verbliebenen Ofen kommt er weiterhin.
- Brennstoff: Kein Tankwagen mehr, keine Bestellung, kein Blick auf den Ölpreis.
- CO₂-Preis: Er fällt auf Heizöl an – auf Ihre Heizung nicht mehr.
- Dach: Ein abgetragener Schornstein ist eine Durchdringung weniger, an der Wasser eindringen könnte.
Was die Arbeiten kosten – und wie Sie Angebote lesen
Für Stilllegung, Umbau oder Rückbau eines Schornsteins nennen wir keine Zahl. Zu verschieden sind Höhe, Zustand, Dachdeckung und Zugang. Lassen Sie sich die Arbeiten deshalb einzeln ausweisen:
- Verschluss des Anschlusses im Heizraum
- Abdeckung und Belüftung oben
- Gerüst oder Hubsteiger, falls am Dach gearbeitet wird
- Dacharbeiten nach einem Rückbau
- Prüfung durch den Schornsteinfeger, falls ein Ofen angeschlossen werden soll
Ist für Arbeiten am Dach ein Gerüst nötig, kann es sich lohnen, sie mit anderen Dacharbeiten zu verbinden.
Planen Sie auch die Förderung mit. Den Antrag für den Zuschuss zur Wärmepumpe stellen Sie, bevor die Arbeiten beginnen (finanznachrichten, Stand 21.09.2026). Ob Arbeiten am Schornstein zum geförderten Vorhaben gehören, klären Sie deshalb vor dem Antrag – nicht danach.
Reparieren oder umsteigen – für Ihr Haus geklärt
Der Fachbetrieb ordnet den Zustand Ihrer Gasheizung ein und klärt mit Ihnen, ob eine Überbrückung, ein geplanter Umstieg oder ein schneller Tausch passt.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Mit Tank und Schornstein sind zwei der drei großen Fragen geklärt. Die dritte stellt sich im Heizraum, denn dort zieht die neue Technik ein – mehr dazu im Artikel Der Heizraum nach der Ölheizung.
Häufige Fragen
Muss der Schornstein weg, wenn die Ölheizung raus ist?
Nein. Ein Schornstein ohne angeschlossene Feuerstätte kann stehen bleiben. Er sollte dann so verschlossen werden, dass kein Regen eindringt und er trotzdem belüftet bleibt. Ob Sie ihn ganz oder teilweise abtragen lassen, entscheiden Sie selbst.
Kommt der Schornsteinfeger nach dem Umstieg noch?
Für die Ölheizung nicht mehr – die Termine, die an ihr hingen, entfallen. Bleibt ein Kaminofen oder eine andere Feuerstätte im Haus, bleibt der Schornsteinfeger dafür zuständig. Melden Sie ihm den Umbau, damit er seine Unterlagen anpasst.
Kann ich den alten Schornstein für einen Kaminofen nutzen?
Manchmal. Ein Zug, an dem bisher der Ölkessel hing, ist nicht automatisch für einen Holzofen geeignet. Ob Querschnitt, Material und Zustand passen, prüft der Schornsteinfeger, bevor ein Ofen angeschlossen wird.
Lassen sich Leitungen durch den alten Schornstein führen?
Ein freier Zug kann als Schacht für Leitungen dienen, etwa für die Kabel einer Photovoltaikanlage. Klären Sie das vorher mit dem Schornsteinfeger – besonders, wenn im selben Schornstein noch ein Zug in Betrieb ist.
Quellen
- heizsparer.de: CO₂-Preis 2027 für Heizöl und Gas (Quellenstand 02.09.2026)
- ADAC: Das neue Heizungsgesetz (GModG) (Quellenstand 29.07.2026)
- finanznachrichten.de: Neue KfW-Heizungsförderung – was jetzt gilt und warum der Zuschuss ab 2027 weiter sinkt (Quellenstand 21.09.2026)